Das neue SAP Release 1909 wurde Ende September 2019 bereitgestellt. In diesem Release sind besonders Umstrukturierungen im Datenmodell auffällig, sowie Veränderungen, die Warenbewegungen betreffen. Im folgenden Beitrag liegen im Fokus der Betrachtung die Bereiche MM, SD, und EWM. Im Bereich QM sind aktuell keine signifikanten Neuerungen veröffentlicht wurden.

Veränderungen des Datenmodells im SD Bereich

Im neuen Release wird das Datenmodell der SD-Tabellen umstrukturiert, insbesondere durch folgende Änderungen:

Index- und Status-Tabellen werden entfernt und das Datenmodell dadurch vereinfacht. Dies führt zu weniger Speicherverbrauch und besserer Performance. Für den Bereich SD heißt das speziell: Die Status Tabellen VBUK und VBUP wurden entfernt, die Statusfelder sind in die Tabellen VBAK und VBAP (bei Verkaufsbelegen), beziehungsweise in die LIKP und LIPS (bei Lieferungen) oder in die VBRK (bei Fakturabelegen) verschoben worden. Ebenfalls wurden folgende Indextabellen eliminiert: VAKPA, VAPMA, VLKPA, VLPMA, VRKPA, VRPMA.

Bei der Preisfindung und den zugehörigen Tabellen finden sich ebenfalls Neuerungen: Es gibt angepasste Feldlängen für mehr Flexibilität bei der Preisfindung und den Konditionen, gleichzeitig wurden redundante Felder entfernt. Die Tabelle KONV wurde durch die neue Tabelle „PRCD_ELEMENTS“ ersetzt, kann aber noch für Datendeklaration genutzt werden. Die Inhalte der Tabelle KONV werden durch die neue Version automatisch in die neue Tabelle übernommen.

Steigerung des Transaktionsdatendurchsatzes im MM

Um den Transaktionsdurchsatz zu steigern, werden auch hier an mehreren Stellen Veränderungen vorgenommen:

Bei Verwendung der Transaktion MIGO zum Buchen des Wareneingangs mit Bezug auf eine Inbound-Lieferung wird nun die Aktualisierung der Anlieferung erzwungen, um die Datenkonsistenz über verschiedene Anwendungen hinweg sicherzustellen.

Die neue denormalisierte Tabelle „MATDOC“ wurde eingeführt, die die früheren Kopf- und Positionsdaten eines Materialbelegs sowie viele weitere Attribute enthält. Materialdaten werden nur in der MATDOC und nicht mehr in der MKPF und der MSEG gespeichert. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil des neuen MM-IM-Datenmodells: die einfache und schnelle Berichterstellung, da alle Daten in der MATDOC zu finden sind. Beeinflusste Tabellen sind ab Seite 416 in der Simplification List zu finden. Dadurch ergeben sich auch Veränderungen bei der Transaktion DB15.

Das System arbeitet außerdem mit dem neuen MM-IM-Datenmodell auf Datenbankebene nur in einem INSERT-Modus ohne DB-Sperren.

Wissenswertes beim EWM

Im Bereich EWM gab es dieses Mal keine echten Neuerungen, dennoch gibt es wissenswerte Punkte, die vor allem im MM Bereich der Simplification List zu finden sind: Sobald ein Wareneingang vom ERP an das EWM verteilt wird, wird die Nachricht VLA 302 („Unable to update inbound delivery since already distributed to dec.system“) aufgerufen.

Außerdem wurde in S/4HANA die Standardverarbeitung von Lieferbenachrichtigungen per EDI unter Verwendung von Eingangs-IDocs zum Erstellen von Anlieferungen geändert, um die Integration in EWM zu unterstützen (im Zusammenhang mit Nachrichtentyp DESADV).

Die Lagerverwaltung (LE-WM) ist nicht mehr die Zielarchitektur in der SAP S/4HANA On-Premise-Edition, sondern nun das Extended Warehouse Management (SAP EWM).

Fazit

Die Neuerungen im Release 1909 behinhalten vor allem Vereinfachungen des Datenmodells, indem Tabellen neu strukturiert und eine Reihe alter Tabellen ersetzt oder komplett entfernt wurden.