Die neue Cloud-Lösung scheint auf den ersten Blick eine deutlich bessere Alternative zu SAP SRM zu sein. In vielen Fällen geht es jedoch nicht um eine Neueinführung, sondern um eine Umstellung und Anpassung eines bestehenden Systems an die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens. Je nach Branche und Unternehmen gilt es abzuwägen, ob eine Umstellung zum jetzigen Zeitpunkt rentabel ist.

Was ist SAP ARIBA?

In erster Linie stellt SAP ARIBA eine Alternative zum standardmäßigem SAP SRM dar. Im Gegensatz zu SRM nutzt es kein on-premise-Modell, sondern bietet eine Cloud-Lösung an. In der Cloud finden Lieferanten und Kunden durch einen Katalog zusammen.

Verfügbarkeiten sind im Cloud-Katalog transparent dargestellt und die Kommunikation erfolgt automatisiert. Dies ermöglicht eine schnelle Abwicklung der Beschaffungsprozesse. Die Kommunikation zwischen SAP System und der Cloud kann dabei wie gewohnt über EDI-Verbindungen laufen. Es ist jedoch aus Gründen des Komforts empfehlenswert einen Webservice zu nutzen, welcher gleichzeitig eine Echtzeitübertragung ermöglicht.

SAP ARIBA – die Zukunft?

Für SAP liegt die Zukunft in der Cloudlösung zur Beschaffung, in S/4 HANA wurde bereits die Möglichkeit einer Integration von SAP ARIBA durch SAP PI oder Business Add-Ins geschaffen.

Bis 2026 soll eine gänzliche Ablöse für SAP SRM und SAP MM erfolgen.

Neben der direkten Schnittstelle im S/4 HANA kann auch eine Middleware zur Kommunikation herangezogen werden. Diese Variante bietet sich besonders an, wenn bereits andere Systeme über die Kommunikationssoftware laufen. Die untenstehende Grafik illustriert die Prozesse von SAP ARIBA unter Verwendung einer Middleware / Business Integration Suite(BIS)..

Eine Middleware (BIS), verbindet das unternehmenseigene ERP mit dem der Kunden und Lieferanten, die ebenfalls SAP ARIBA verwenden. Auf der Linken Seite befindet sich ein Katalog zur Beschaffung, rechts steht der Unternehmenskatalog, aus dem vom Kunden bestellt wird.

In den vergangenen Jahren hat sich SAP ARIBA auf dem Markt stark etabliert und wurde zum größten Geschäftsnetzwerk der Welt mit 190 Handelspartnern. Die Software wird entsprechend zwar von vielen Lieferanten genutzt, jedoch nicht von allen. Kunden haben die Möglichkeit, ihre Lieferanten einzuladen SAP ARIBA zu nutzen, sind allerdings ggf. trotzdem auf alternative Beschaffungsmaßnahmen angewiesen.

Funktionen SAP ARIBA

Die Funktionen von SAP ARIBA reichen über die Beschaffung hinaus und schließen auch Analysemöglichkeiten mit ein. Im Folgenden sind die Funktionen aufgelistet:

  • Lieferketten Kollaboration
  • Strategische Beschaffung
  • Beschaffung
  • Vertrags-Management
  • Ausgabenanalyse
  • Lieferanten-Management
  • Finanzlieferketten-Management
  • Rechnungs-Management
  • Dynamische Rabatte
  • Zahlungen
  • Lieferantenfindung
  • ARIBA Austausch

Die Entwicklung neuer Funktionen hält nicht an. SAP ARIBA verzeichnet zunehmend mehr Konkurrenz und im Zuge des Wettbewerbs mit anderen Anbietern, wie Oracle, Amazon oder Tradeshift, wird der Umfang der Funktionen und deren Umsetzung in den nächsten Jahren stark wachsen.

Vergleich SAP SRM – SAP ARIBA

Folgende Darstellung soll den Unterschied zwischen SAP SRM und SAP ARIBA aufzeigen:

SAP SRM
SAP ARIBA
System-Tool mit Kontrolle über Release Cloud-Angebot
Kostspielige Hardware Externer Cloud-Server, Kosten fallen für Anzahl an Transaktionen an
Lizenzen für User Unabhängig von Nutzern es zählen nur die Transaktionen
Eigenes Customizing Abhängig von ARIBA Entwicklungen
Stammdatenpflege via LSMW Stammdaten pflegen über Upload von CSV Dateien
Direkte Beschaffung möglich Keine Direkte Beschaffung
Integriert durch SAP Produkte Integriert durch SAP PI oder Business Suite Add-on
Verschiedene Szenarien Procure to Pay (P2P) / Procure to Order (P2O) / Service Procurement

 

Vor & Nachteile von ARIBA

Die aus dem Artikel hervorgehenden Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Vorteile:

  • Geschwindigkeit aller Prozesse
  • Erreichbarkeit
  • Automatisierte Kommunikation
  • Keine Hardwarepflege
  • Unbegrenzte Anzahl der Nutzer

Nachteile:

  • Abhängigkeit von ARIBA Entwicklungen und Releases
  • Kein individuelles Customizing
  • Abhängigkeit von Lieferanten – SAP ARIBA eventuell nicht ausreichend