Seit 2013 setzt SAP auf das webbasierte Interface Fiori, welches sich bis 2016 soweit weiterentwickelte, dass es eine zweite Auflage erhielt und Fiori 2.0 veröffentlicht wurde. Wieder drei Jahre später, befindet sich SAP Fiori vor einem weiteren Meilenstein, Fiori 3.0.

SAP ist dafür bekannt, nicht die benutzerfreundlichste Software zu sein. Mit der Einführung von SAP Fiori wurde ein Schritt zur Verbesserung der User Experience getan. Fiori ist in den letzten sechs Jahren aus seinen Kinderschuhen herausgewachsen und legt sich nun ein neues größeres Paar Schuhe an. 2018 wurde Fiori 3.0 erstmals auf der TechEd vorgestellt und soll nun seinen Vorgänger ablösen.

Was ist Fiori?

Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich bei Fiori um eine webbasierte Nutzeroberfläche. Sie soll den Umgang mit dem SAP System für Benutzer vereinfachen. Für die verschiedenen Module und Transaktionen gibt es hier Apps, die sehr ähnlich bis identisch zur Ansicht der Transaktionen in der SAP GUI sind. Die Verwendung der einzelnen Apps ist dabei nur für Nutzer mit der jeweils passenden Rolle möglich. Es werden ausschließlich die der Rolle entsprechenden Anwendungen angezeigt, um die Handhabung möglichst einfach zu gestalten.

In der Regel liegt Fiori auf einem externen Webserver und kommuniziert mit dem ERP über eine Middleware. Zukünftig wird von SAP allerdings eine Cloud Solution in Aussicht gestellt.

Was ist neu an SAP Fiori 3.0?

 

1. Vereinheitlichungen

Vortrag SAP TechEd: https://www.youtube.com/watch?v=UGc6I79OgCI

SAP Fiori 3.0 bringt in erster Linie Updates zur User Experience mit sich. Konkret heißt das zunächst einmal optische Neuerungen und Angleichungen.  Im Detail werden die Shell Bars, Layouts, Buttons Farben sowie Schriftarten und Icons zu einem einheitlichen Standard geführt.

Diese Anpassung ist besonders hilfreich, wenn mehrere verschiedene Systeme genutzt werden. In Fiori 2.0 hatten diese jeweils ein anderes Interface und eine unterschiedliche Handhabung. Durch die Vereinheitlichung gibt es nur noch eine Oberfläche für alle Systeme.

Vortrag SAP TechEd: https://www.youtube.com/watch?v=UGc6I79OgCI

2. Cards statt Tiles

Tiles wurden abgeschafft und durch Cards ersetzt. Die Cards sind wesentlich flexibler und individuell größenverstellbar. Sie bieten neben Apps nun auch die Möglichkeit Tabellen und Grafiken einzufügen. Die Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Cards sind ebenfalls wesentlich größer als bei den Tiles.

Für die Zukunft soll es auch möglich sein, Aktionen direkt in den Cards zu steuern, ohne die App zuvor aufzurufen. Hier wurde für Fiori 3.0 also nicht nur eine optische Anpassung vorgenommen, sondern auch die Funktionalität und Nutzbarkeit erweitert.

Vortrag SAP TechEd: https://www.youtube.com/watch?v=UGc6I79OgCI

3. SAP CoPilot

Der SAP CoPilot war mehr oder weniger bereits in Fiori 2.0 integriert, wurde für das neue System allerdings stark überarbeitet und kann durchaus als Neuerung bezeichnet werden. Wesentliche Funktion des Copiloten ist ein individueller Schnellzugriff auf die Cards und eine Schnellsuche. In der SAP Cloud Platform läuft der CoPilot bereits als Komponente.

Vortrag SAP TechEd: https://www.youtube.com/watch?v=UGc6I79OgCI

Für den Copiloten ist noch eine weitaus größere Rolle geplant. Über ihn soll später die gesamte Nutzerhandhabung laufen können.

4. Fiori 2.0 in Fiori 3.0

SAP Fiori 2.0 wird zwar von der neuen Version abgelöst, ist allerdings nach wie vor die Grundlage für das System. Das Design mit den zugehörigen Richtlinien und auch die SAPUI5 Basis (Version 1.62.0) bleiben erhalten.

Das Launchpad bleibt also das Launchpad, nur im neuen Design. Die Funktionen sind im Wesentlichen dieselben wie zuvor. Die großen Neuerungen befinden sich im Bereich User Experience.

Es bleibt zu warten wie Fiori weiterwächst, welche Funktionen SAP zukünftig noch mit in die Weboberfläche einbringt und welche Möglichkeiten eine Cloud Solution bieten kann.