SAP ist aus dem Business der großen Unternehmen kaum mehr wegzudenken. Ob Finanzbuchhaltung, Controlling oder Logistik. Und auch im Personalbereich ist SAP keine Seltenheit. Mittlerweile ist SAP aber natürlich nicht mehr nur eine Produkt, sondern eine ganze Produktfamilie und der Integration der Komponenten fällt eine besondere Bedeutung zu. Unterschiedliche Technologien kommen zum Einsatz und einheitliche, nahtlose Oberflächen spielen eine wichtige Rolle.

Dabei wird SAP in immer mehr Bereichen eingesetzt und erobert sukzessive weitere Abteilungen. Dabei steuert SAP im Business administrative Kernprozesse aber auch den kompletten Warenfluss im Unternehmen. Während FICO-Prozesse oft stark standardisierten Vorgaben folgen (Bilanzierung, GuV, Abschluss nach IFRS oder HGB, Handelsrecht, Steuerrecht etc.), sind Logistikprozesse oft individuell abgebildet und liefern einen nicht geringen Mehrwert für das Geschäftsmodell bzw. für die Differenzierung zum Wettbewerb.

Neben einer Reihe von kundenindividuellen Ausprägungen (Filialstruktur, Vertriebschannels, eigene Filialen, Partner, Franchise, selbstständige GmbHs etc.) ist eine hohe Integration der Logistikprozesse und eine Durchgängigkeit über die Systemgrenzen hinweg wichtig. SAP ist längst mehr als nur ERP. SAP Sales Cloud, Commerce Cloud, EWM, CAR, Concur, SuccessFactors etc. -> “integration matters” und zwar zu den bestehenden Systemen, der vorhandenen Middleware und den SAP Umsystemen. Dabei sollte der Fokus auf einer Durchgängkeit der Prozesse und einer hohen Prozessqualität liegen.

Bei der Omnichannel Excellence, im eCommerce bzw. im “Digital Business” kommen sehr häufig Lösungen anderer Hersteller zum Einsatz. Hier spielt eine gut gemachte Integration eine große Rolle. Vgl. https://spryker.com/de/solution-partners/divae/

Daten sind der Schatz des Unternehmens. Wenn man sie „lesen“ und „interpretieren“ kann.
Doch wem gehören die Daten? Wer kümmert sich um Dubletten. Meist kümmert sich jede Abteilung bei Stammdaten nur um Ihre Prozesse oder Teilprozesse und stolpert dabei über Fehler anderer Abteilungen und Bereiche. Diese führen dann wiederum zu konkreten Problemen in den Abläufen. Jeder optimiert seinen Teilbereich. Es ist aber wichtig das Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren. Dabei können Daten die Grundlage für KI-Szenarien und somit weitere wettbewerbsdifferenzierende Ansätze darstellen.

Fazit:
Ein SAP-Projekt zählt zu den größten und komplexesten Herausforderungen und vor allem durchgängige Prozesse, Integration und Stammdatenqualität sind die Schlüsselfaktoren. SAP ist mehr als ein Produkt, ein ERP. SAP ist Hersteller einer Vielzahl von Produkten mit unterschiedlichen Technologien. SAP kann Web, SAP kann Cloud, SAP kann Middleware.

Zurück zur Einstiegsfrage:
SAP unterstützt also Geschäftsprozesse bzw. bildet diese ab. Dabei kommt die SAP mit Musterlösungen und auch branchenspezifischen Prozesstemplates. Diese Musterlösungen entsprechen aber nicht immer den Anforderungen des Unternehmens. Produktübergreifende Integrationsszenarien werden beispielsweise meist weniger stark unterstützt, weshalb sicher der SAP CEO Christian Klein „Integration“ als Top-Thema für das neue Jahrzehnt ausgegeben hat.
https://www.com-magazin.de/news/sap/sap-chef-verspricht-bessere-integration-2587497.html

Immer wieder kommen verschiedene SAP Produkte und Lösungen zum Einsatz, deren Integration nach und nach reift. Vgl.
https://www.sap.com/acquired-brands/what-is-coresystems.html

Wie wird man schneller und flexibler?
Prozesse müssen bekannt und dokumentiert sein -> Dafür bietet sich z.B. Signavio an.
Potentiale und Schwachstellen aus den bestehenden Prozesse sollten vorab analysiert und bewertet werden -> Hierfür könnte Celonis genutzt werden. Fit-Gap Workshops stellen sicher, dass die Musterlösungen der SAP auch zu den eigenen Prozessen passen. Es entsteht eine Business Process Master List (Level 1 bis 3) und eine RICEFW Liste die als Grundlage für ein Projekt und für die Abschätzung der Komplexität dienen können. Auf Basis dieser Informationen wird klar werden, wieviel Fertighaus im SAP steckt.

Nur wenn die SAP – Best Practice Prozesse oder “Model Company” zu den Anforderungen des Unternehmens passen und die Prozessqualität und Automatisierung im Teilprozess hoch ist, kann ein Prozess schnell implementiert und ausgerollt werden. Sollte aber die Aufbau- und Ablauforganisation nicht zur SAP Musterlösung passen, kann es notwendig werden die eigenen Prozesse bzw. die Arbeitsteilung anzupassen.

Kulturelle Auswirkungen:

Die Einführung von SAP bedeutet gleichzeitig auch eine Anpassung bzw. Veränderung der eigenen Firmenkultur, d.h. die Prozesse werden nach „Best Practices“ weltweit angepasst. Damit verändern sich auch die Denkweisen innerhalb des Unternehmens. Somit bietet die Einführung von SAP u.a. die Chance für “Reinvent” und neue Geschäftsmodelle.