Das Post Processing Framework (PPF) ist ein zentraler und wichtiger Baustein in der Funktionsweise des EWM. Nicht zuletzt dadurch, dass man die gesamte Funktionsweise umgangssprachlich so umschreiben kann: Das Tool, das dafür verantwortlich ist, dass Dinge im Extended Warehouse Management automatisch passieren.

PPF Grundfunktionen

Eine Automatisierung im Sinne des PPF bedeutet in erster Linie, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, auf welches automatisiert eine Aktion erfolgen soll. Das betrifft an aller erster Stelle die Übermittlung des Wareneingangs für eingetroffene Ware. Wird der Wareneingang im EWM gebucht, folgt eine Aktion des Post Processing Frameworks, die die Information der Bestandsänderung an das ERP System übermittelt.

In vielen Fällen kann ebenfalls eine Aktion durch das Sichern des Beleges angestoßen werden, wobei zuvor noch Parameter geprüft werden, die Voraussetzung für die Ausführung sind. Das Versandlabel zur Handling Unit wird beispielsweise beim Sichern der Handling Unit gedruckt, sobald der Status „Verpacken beendet“ gesetzt wurde.

Der automatische Druck in Abhängigkeit zu bestimmten Parametern stellt eine wesentliche Nutzungsform des PPF im EWM dar.

Weitere Funktionen:

  • Automatisierte Buchung eines Warenausgangs
  • Versendung von Transportinformationen
  • Automatisierte Anlage von Einlageraufgaben
  • Wellenzuordnungen

PPF Einrichtung

Im SAP Standard werden bereits einige Anwendungen des PPF mit Aktionsprofilen ausgeliefert. Für das EWM ist dabei beispielsweise die Anwendung /SCWM/DELIVERY für Lageranforderungen, entsprechend der An- und Auslieferungen, mit dem Aktionsprofil /SCWM/PDI_01 zu nennen.

In einem Aktionsprofil wiederum sind Aktionen hinterlegt, die aktiv oder inaktiv geschalten werden können. Das hat den Vorteil, dass im Standard gearbeitet werden kann und zusätzlich Profile kopiert werden können, aber mit unterschiedlichen Funktionen versehen. So kann eine Retoure anders behandelt werden als eine Anlieferung eines Lieferanten.

Für jede Beleg-Art des EWM kann ein eigenes Aktionsprofil im Customizing hinterlegt werden, oder bei gleicher Bearbeitung auch das identische Profil genutzt werden.

Auch abweichend vom Standard können eigene Aktionsprofile und Aktionen definiert werden. Zu jeder Aktion muss eine oder mehrere Verarbeitungsarten gepflegt werden. Die Verarbeitungsart entspricht in der Regel einem Methodenaufruf, der das systemische Vorgehen bei einer Auslösung der Aktion beschreibt.

Die Definition der notwendigen Bedingungen zur Ausführung einer Aktion, werden in Konditionstabellen festgehalten. Die Konkrete Einplanung der Aktion erfolgt durch die Festlegung eines Verarbeitungszeitpunkts, einer obligatorischen Einplanbedingung und einer optionalen Startbedingung.

Ein komplexes, aber sehr nützliches Tool

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Post Processing Framework ein relativ komplexes und gut durchdacht einzustellendes Mittel ist, dessen Output sich allerdings sehr intensiv in Zeitersparung und auch Kostenersparungen zeigt. Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen rund um das EWM und das PPF zur Verfügung.