Die SAP bietet ihren Kunden verschiedene Lösungen, um ihre Lager mit allen Prozessen in einem System abzubilden. Im Folgenden wird aufgezeigt welche Lösung sich für welches Unternehmen am besten eignet.

Das LE-WM ist hier nicht enthalten, da es ab 2025 von der SAP ausrangiert wird.

Stock Room Management

Das SAP Stock Room Management ist für Unternehmen vorgesehen, die bisher LE-WM in kleinem bzw. einfachem Umfang genutzt haben. Da die EWM-Alternative nur eine Lightversion des klassischen Warehouse Managements ist und nicht für viele Kunden in Frage kommt, ist eine Compliance-Check dringlichst zu empfehlen. Falls ein Unternehmen über die Grundfunktionalitäten hinaus einige wenige Zusatzfunktionen benötigt, können diese auch selbst entwickelt und somit das EWM und die damit steigenden Kosten sowie Aufwände umgangen werden.

EWM

Ist das Stock Room Management für ein Unternehmen nicht ausreichend, was bei den meisten Kunden der Fall sein wird, kann nur das zukunftsträchtige EWM (Extended Warehouse Management) die Lösung sein. Die SAP bietet hier verschiedenste Varianten, um möglichst vielen Firmen gerecht zu werden. Allgemein lässt sich das EWM in eine embedded und eine dezentrale Version unterscheiden, wobei sich ersteres noch einmal in eine Basic- und eine Advanced-Lösung aufteilt.

Embedded oder dezentrales EWM:

Das dezentrale EWM ist im Gegensatz zum Embedded ein eigenständiges System, das lediglich über eine Schnittstelle mit dem ERP-System verbunden ist. In folgenden Szenarien ist diese Wahl sinnvoll:

  • Mehrere ERP-Systeme müssen an das gleiche EWM-System angebunden werden
  • Es handelt sich um ein sehr großes Lager, das besonders hohe Performance voraussetzt (Verwendung eines eigenen Arbeitsspeichers)
  • Die Aktivitäten innerhalb des Lagers werden von einem Partner durchgeführt, der sich nicht im Unternehmen befindet

Falls keines der oben genannten Szenarien ein Unternehmen betrifft, ist es empfehlenswert die Embbeded-Lösung zu nutzen, welche Teil des ERP-Systems ist. Durch die Integration in S/4HANA kann direkt auf die ERP Daten, z. B. Materialstamm oder Artikelchargen zugegriffen werden. Somit wird kein CIF benötigt und es entstehen keine redundanten Daten in den unterschiedlichen Systemen. Ein wesentlicher Unterschied ist auch die Art der Stammdatenhaltung. Ab dem Release 2020 werden außerdem keine Auslieferungsanforderungen, Anlieferungsbenachrichtigungen oder erwarteten Wareneingänge mehr benötigt, die Anlieferungen bzw. Auslieferungen werden direkt angelegt. Viele der redundanten Customizing-Einstellungen entfallen ebenfalls.

Ist nun die Entscheidung auf das embbeded EWM gefallen, steht ein Unternehmen noch vor einer letzten Entscheidung:

Basic- oder Advanced-Version?

Die Basic-Variante ist in der Standard Lizenz enthalten und bietet grundlegende Funktionalitäten, wie beispielsweise zum Erstellen der Lagerstrukturen, der Abwicklung von Warenein- und Warenausgängen, der Bewegungen von Materialien mit oder ohne Handling Units durchs Lager, der Verwaltung von Chargen oder auch der Durchführung von Inventuren. Zusätzlich können über den Lagerverwaltungsmonitor einfach und schnell Auswertungen zu Lagerplätzen, Lageraktivitäten, Ressourcen oder weiteren Daten ausgeführt werden. Auch die Produktions- oder Qualitätsmanagementintegration ist bereits vorhanden.

Durch das Upgrade auf die Advanced-Variante können zusätzliche Funktionalitäten freigeschaltet und genutzt werden. Diese helfen dabei, Warenbewegungen noch flexibler durchzuführen und komplexere Lagerprozesse in den Bereichen Wareneingang- bzw. -ausgang oder auch in den internen Warenbewegungen integrieren zu können. Hierzu zählen unter anderem die Bereiche Wellenmanagement, Transportmanagement, Yard-Management, Materialflusssystem (MFS) oder auch das Cross-Docking. Für weitere Prozessoptimierungen kann auf Funktionalitäten wie Value Added Services (VAS), Kitting oder auch Slotting zurückgegriffen werden.

Inventory Management

Das Inventory Management ist Teil des Materialwirtschaftsmoduls (MM) und eine sehr simple Art der Lagerhaltung. Es existieren nur Organisationsebenen Werk und Lagerort, was z. B. eine Ermittlung des genauen Lagerplatztes nicht möglich macht. Dadurch ist diese Variante ineffektiv, in der Regel nicht zu empfehlen und wenn dann nur für Unternehmen mit sehr kleinen Lagern geeignet.

Fazit

Wie Sie sehen bietet die SAP verschiedene Möglichkeiten, um ihre Lagerhaltung bestmöglich abzubilden. Leider ist es nicht leicht hier den Durchblick zu behalten und die passende Variante zu wählen. Wir helfen Ihnen gerne dabei ihre Entscheidung zu treffen und reale Lagerprozesse ideal im System darzustellen.